Turniertanz-Fotografie mit und ohne Blitz

Turniertanz und Fotografie, das ist eine ganz besondere Beziehung.

Das konnte ich bestätigen, als ich das Tanzpaar Paula Eldag und Eike Wenzel fotografieren durfte. Die Fotos entstanden im Rahmen eines Turniertanz-Trainings in der Braunschweig Dance Company e.V. (BSDC).
Ich finde es immer wieder spannend, Geschichten von Menschen mit einer besonderen Leidenschaft zu erzählen. Die Fotografie von Turniertanz hat dabei einige besondere Anforderungen. Hier werden schnelle Bewegungen und wenig vorhandenes Licht miteinander kombiniert. Eine technische Herausforderung für die Kamera und den Fotografen.

Im Vorfeld informierte ich mich über die Besonderheiten des Fotografierens von Turniertanzpaaren. Zwei interessante, aber sehr theoretische Artikel zur Technik fand ich hier:
Der Tänzer im Visier – Fotografie und Tanzsport: Blitzen, indirekt. und
Der Tänzer im Visier – Fotografie und Tanzsport: Schärfentiefe.
Mit diesem Wissen im Hinterkopf war es mir trotzdem besonders wichtig, die tatsächliche Stimmung vor Ort einzufangen. Dazu wollte ich mich an die vorhandenen Gegebenheiten anpassen und vorzugsweise kein Blitzlicht verwenden. Schließlich würde ich ein Training und keinen Turniertanz-Wettbewerb fotografieren. Es gab also ausreichend Möglichkeiten, vor Ort ein wenig zu experimentieren.

In der weiteren Vorbereitung konzentrierte ich mich auf das Erstellen eines Moodboards: Welche Momente, Lichtverhältnisse und Bildausschnitte konnte ich erwarten, und welche davon waren mir besonders wichtig? Welche Ausrüstung benötigte ich dafür? Mir war schnell klar, dass ich insbesondere die Eleganz und die Dynamik des Tanzens auf den Bildern festhalten wollte. Neben den Fotos mit vorhandenen Licht wollte ich die Kombination von Langzeitbelichtung mit Blitzlicht auf den zweiten Verschlussvorhang ausprobieren, um die Tanzbewegungen sichtbar zu machen.

Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert! Aber nicht alle funktionieren…
Die Lichtverhältnisse im Tanzsaal waren – gelinde gesagt – herausfordernd. Mit eingeschalteter Deckenbeleuchtung änderte sich die Lichtfarbe sehr stark in Abhängigkeit von der Entfernung zur Fensterfront. Ein Abdunkeln der Fenster war nicht möglich. Bei ausgeschalteter Deckenbeleuchtung reichte das Tageslicht allerdings schon in der Mitte des Tanzsaales nicht mehr aus, um die schnellen Bewegungen festzuhalten. Ich versuchte zunächst trotzdem, das Beste aus den Umgebungslichtverhältnissen zu machen, gab aber nach der ersten Trainingspause auf. Dann war klar, dass die Ausbeute hier sehr mager ausfallen würde. Also kam die Idee der Langzeitbelichtung in Kombination mit Blitzlicht zum Tragen. Und schließlich schoben wir noch ein paar Fotos in Tanzpose mit improvisierter Speedlite-Studiobeleuchtung hinterher. Die Ergebnisse seht Ihr im Folgenden.

Turniertanz Schuhe

Ein freudestrahlendes Tanzpaar.

Tanzschritte mit vorhandenem Licht

Die Ausbeute von guten Fotos bei vorhandenem Licht hielt sich in Grenzen. Da sich das Tanzpaar während des Trainings sehr schnell durch den Raum bewegte und die Lichtverhältnisse mit der Entfernung zur Fensterfront sehr stark schwankten, kam ich sowohl mit dem Fokussieren als auch der Wahl der richtigen Belichtungseinstellungen kaum hinterher.

Making of...

Also entschied ich mich, für die weiteren Fotos doch auf Blitzlicht zurückzugreifen…

Paula Eldag

… und vor allem die Kombination von Blitzlicht und Langzeitbelichtung auszuprobieren.

Paso Doble

Durch Langzeitbelichtung in Kombination mit Blitz auf den zweiten Verschlussvorhang wird die Bewegung der beiden Tanzpartner besonders hervorgehoben und sorgt für dynamische Ergebnisse.

Noch besser hätte dies vor einem dunklen Hintergrund gewirkt.